Ferrari 296 Challenge

Ferrari 296 Challenge am Red Bull Ring

Weil regelmäßig Fahrer aus der Ferrari Challenge bei mir trainieren – Fritz Müller (Coppa Shell AM), Ernst Kirchmayr (Coppa Shell) und Lukas Azzato (Trofeo Pirelli) – wollte ich den Wagen ergänzend zur sehr guten Simulation auch selbst aus erster Hand kennenlernen. Über Gohm Racing durfte ich auf dem Grand-Prix-Kurs des Red Bull Rings im Rahmen des Ferrari Challenge Europe Rennwochenendes eine Testfahrt bei Ferrari Corse Clienti absolvieren.

Aus 60 Minuten Fahrzeit wurden netto zwei Stints zu je 20 Minuten. Wetter und Rahmenbedingungen waren perfekt, nur die Reifen des Testfahrzeugs waren schon sehr abgefahren. Am Ende stand eine 1:33,0 – meine bisher schnellste Runde am Red Bull Ring.

Der 296 Challenge ist die reine Rennversion des 296: ein 3,0-Liter-V6 mit zwei Turbos, 700 PS bei 7.500 Umdrehungen und 740 Nm bei 6.000 Umdrehungen – ohne das Hybridsystem der Straßenversion –, dazu ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe. Das Trockengewicht liegt bei 1.330 Kilo.

Im Vergleich zur Simulation ließ sich an den harten Bremspunkten später und härter bremsen, und die Kurven waren mit etwas höherer Geschwindigkeit zu nehmen – vorne liegt mehr Abtrieb an als im Simulator. Dafür gab es teils heikles Übersteuern in unüblichen Situationen, vermutlich den abgefahrenen Reifen geschuldet; im Fahrvideo ist das deutlich zu sehen.

Sehr gewöhnungsbedürftig sind Lenkung und Bremse: Beide arbeiten rein elektrisch. Die Bremse lässt sich so leicht bedienen wie in einem Straßenauto, und genau das nimmt einem im Rennwagen das Gefühl für das Hineinbremsen in die Kurve. Dazu sitzt das Bremspedal sehr weit rechts und extrem nah am Gaspedal, was das Linksbremsen massiv erschwert. Ich habe trotzdem von Anfang an links gebremst, angenehm ist die Position aber nicht – ähnliche Klagen höre ich von vielen anderen Rennfahrern. Ein Kupplungspedal gibt es nicht, links ist also reichlich Platz.

Auf den Curbs fühlt sich der Ferrari unruhig an und neigt zum Ausbrechen – in der Simulation ist das noch deutlich ausgeprägter. Hartes Anbremsen auf den Curbs war dort praktisch unmöglich oder so unkontrollierbar, dass es langsamer war. In der Realität ging es durchaus, wenn auch sehr unruhig.

Insgesamt ein fantastisches Erlebnis mit einem derart starken Fahrzeug. Den Ferrari 296 Challenge gibt es auch als das exakt gleiche Auto im GT-Simulator.

Ferrari 296 Challenge in der Boxengasse des Red Bull Rings bei Ferrari Corse Clienti
Sitzposition im Ferrari 296 Challenge mit Sabelt-Schalensitz und Sechspunktgurt
Lenkrad und Anzeige des Ferrari 296 Challenge aus der Fahrerperspektive

Onboard im Ferrari 296 Challenge am Red Bull Ring



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Ferrari 296 Challenge eines Kunden mit TANGO RACING SIMULATOR Aufkleber auf der Rennstrecke

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